Bei der Bildungspolitik und den Ausgaben für diesen Bereich nimmt Deutschland im weltweiten Vergleich keine Spitzenposition ein. Das weiß glaube ich jeder. Daher wird es langsam mal Zeit, in dieser Beziehung etwas zu ändern. Meine Forderung: Kostenlose Laptops für alle ab der 5. Klasse! Das bringt eine Menge Vorteile mit sich.
So würde ich es machen, wenn ich Mutter Staat wäre:
1. jeder Schüler bekommt nach der Grundschule einen Laptop
2. der Laptop bleibt bis zur 12. Klasse, wird also nicht ersetzt/erneuert
3. Lehrbücher werden nicht mehr gedruckt, sondern per CD/Internet auf die Laptops gebracht
4. in jedem Klassenzimmer steht ein PC für den Lehrer
5. es ist überall ein Beamer vorhanden
Die Vorteile sind schnell erklärt.
1. Vorteil: Weniger Ballast
Ich kann mich noch sehr genau an meine Schulzeit erinnern, schließlich ist sie ja erst seit ein paar Tagen vorbei xD Wer wie ich kein Schließfach hatte, der musste logischerweise jeden Tag mindestens 5 Kilo mit sich herum schleppen. Ein Kilo wog dabei allein schon der leere Ranzen bei mir. Meistens waren es insgesamt jedoch nicht nur fünf, sondern 10 bis 11 Kilo. Normalerweise sollen die Ranzen 10% des Körpergewichtes wiegen – das wurde und wird wohl bei 90% der Schüler jeden Tag überschritten. Diese ganzen Hochglanzdruckbücher gehen mir schon seit Anfang an auf den Sack. Ein einzelnes Buch wiegt ja schon soviel wie in der DDR alle Bücher zusammen.
Gehen wir also davon aus, dass jeder einen Laptop hat, der ca. 2,5kg wiegt, dann kommt man insgesamt auf ein Ranzengewicht zwischen 4,5 und 5 Kilo (Essen und Trinken inkl.). Mehr nicht.
2. Vorteil: Mehr Wald
Wenn keine Schulbücher mehr gedruckt werden, weil diese nun auf dem Laptop sind und nicht mehr im Ranzen, dann werden die Wälder geschont und die Bäume bleiben stehen. Sehr positiv, wie ich finde. Denn so können die Kinderchen in immer größer werden Wäldern herumspielen und sich Baumhäuser bauen.
3. Vorteil: Aktueller
Erscheinen Updates von Lehrbüchern, so werden diese direkt per Internet heruntergeladen und installiert. Schluss mit dem ständigen Buchneudruck.
4. Vorteil: Vernetzter
Wenn die Laptops in der Schule sind, so sind sie mit dem Lehrerrechner vernetzt und die Schüler können so ganz einfach Lösungen “herüberbeamen”. Außerdem werden die Hausaufgaben gleich auf den Laptop übertragen, sodass sichergestellt ist, dass niemand etwas vergisst.
5. Vorteil: Schneller
Kein lästiges Hefterherauskramen, kein Seitensuchen in Büchern, kein Blätterumgewälze in ausgeleierten Blöcken mehr. Schnelleres Hausaufgabenabgeben, Aufgabenempfangen, Herankommen an Ressourcen wie das Internet.
6. Vorteil: Intuitiver
Ein Laptop bietet – wenn er richtig eingerichtet ist – tausende Möglichkeiten. Ich könnte mir z.B. vorstellen, dass die Schullaptops ein größeres Touchpad bekommen, sodass dieses auch als eine Art Grafiktablett fungieren kann. So könnten im Kunstunterricht die Skizzen gemacht werden ohne Blätter zu verschwenden.
7. Vorteil: Zukunftsorientiert
Es ist heutzutage fast in jedem Beruf so, dass irgendwo ein PC steht. Daher sollte der Umgang mit diesen “Rechnern” so alltäglich von der Hand gehen wie nur möglich. Bis jetzt ist das noch nicht so. Es gibt genügend Leute, die denken, dass das alles nicht so wichtig ist und gerade mal Word öffnen können. Doch das reicht bei weitem nicht aus. Daher ist der frühe Umgang mit dem PC vor allem eine Vorbereitung auf die Zukunft – die Arbeitswelt. Und genau diesen Zweck erfüllt ja die Schule: Das Vorbereiten der Jungs und Mädchen auf das Leben nach der Schule.
Gegenargumente? Klar, die gibt es.
Ich werde sie mal widerlegen :P :
1. Gegenargument: Computer sind nicht gut für die Augen!
Nein. Das stimmt so nicht. Ein Einsatz von Laptops würde meiner Meinung nach sogar die Augen schonen. Denn bei mir in der Schulzeit war es oft so, dass das Licht ungünstig war, sodass man oft in einer Halbdämmerung auf sein Blatt geschaut hat. Die Displays leuchten jedoch immer gleich hell und somit kann man auf diese entspannt schauen – auch, wenn es ringsherum halbdunkel ist. Außerdem beugen sich viele (vor allem Mädchen) sehr tief über die Blätter. Das ist nicht gut, denn man sollte mindestens einen Abstand von 30 Zentimetern einhalten. Und bei einem Laptop ist dieser Abstand alleine schon durch die Anordnung Tastatur-Arme-Display gewährleistet.
2. Gegenargument: Laptops verbrauchen viel zu viel Strom!
Das ist nur eine halbe Wahrheit. Denn Laptops brauchen in der Regel nur so viel Strom wie eine Glühbirne (45 Watt) und sind daher keine übermäßigen Stromfresser. Außerdem wird ja auf den Buchdruck verzichtet – und der Druck allein eines Buches benötigt sehr viel Wasser und Energie. Für diese Energie kann man sicherlich sehr lange einen Laptop laufen lassen xD Und zu guter letzt könnte man ja im Sportunterricht Fahrräder aufstellen, die durch Induktion beim Treten Strom liefern ;)
3. Gegenargument: Die Handschrift geht den Bach herunter.
Dem muss ich zustimmen. Doch was nützt uns die Handschrift heute noch großartig? Wir brauchen sie sehr selten. Für Notizen, Unterschriften und Kreuze bei Wahlen. Daher reicht es meiner Meinung nach aus, wenn man in seiner Freizeit mit der Hand schreibt. Und es ist ja nicht so, dass nur noch Laptops verwendet werden sollen. Aber überwiegend.
4. Gegenargument: Wer soll die Laptops bezahlen?
Der Staat. Bei in Masse hergestellten Laptops kommt man am Ende vlt. auf Kosten von 300-400 Euro pro Stück (15,4″). Da keine große Leistung für das Anzeigen von pdf-Dateien gebraucht wird, muss auch nicht unbedingt die allerneueste Hardware verbaut werden. Und allein durch das Wegfallen der Druckkosten lassen sich bei den Büchern garantiert in den acht Jahren mindestens 300 Euro sparen.
Ganz allgemein gesagt kann der Staat ruhig ein wenig mehr Geld in die Ausbildung stecken und soll da nicht so auf jeden Pfennig schauen.
Fazit
Meine Version von Schule 2.0. Klingt sehr nerdy, aber so wird es früher oder später kommen. Davon bin ich überzeugt.
[Bild ist © by www.lizenzfreie-bilder.at @ Pixelio]



Ich bin so ziemlich der gleichen Meinung wie du, aber die Laptops sollten nicht ab der ersten Klasse verteilt werden. Weil sonst stirbt die Handschrift wirklich aus, weil keiner mehr lernt sie zu benutzen ;-) Aber der 5. Klasse würde ich sowas allerdings auch begrüßn.
[Beantworten]
Danke dir Markus, so und nicht anders hatte ich es auch gemeint :)
Habe soeben den Artikel berichtigt. Beim Schreiben war ich vermutlich geistig irgendwo an der Südsee oder so…
[Beantworten]
Ja, ich meine auch daß ein kostenloser laptop eine gute idee ist. wenn man für abwrack-autos miliarden ausgibt – da sollte doch was für die bildung getan werden. Die laptops könnten in schliessfächer in der schule deponiert werden. jeder haftet dann dafür daß nicht geklaut wird …
[Beantworten]
@lars
dito :)
[Beantworten]
Ich habe meinem Sohn zu Weihnachten einen Netbook geschenkt. Der ist jetzt in der 8. Klasse und ich denke, dass sich so ein Teil bestens zum Arbeiten eignet. Allerdings bin ich skeptisch, ob es sinnvoll ist bereits ab der 5. Klasse für alle Kinder kostenlose Notebooks zu verteilen. Ich bin immernoch der Meinung, dass diese jüngere Schüler eher von der Arbeit und vom Lernen abhalten, als diese zu motivieren. Ab Klasse 8 – 10 wäre dies passender.
[Beantworten]
@Netbooks für Schüler
Wenn ich es recht überdenke, dann stimme ich dir zu. Fünfte Klasse ist eventuell etwas früh. Da kann man noch nicht so gut zwischen Gespiele und Ernst unterscheiden.
[Beantworten]