Unter Krimilesern macht derzeit ein Film die Runden: “Verblendung“. Verfilmung des gleichnamigen Buches von Stieg Larsson. Am Samstag war ich 19:30 Uhr im UCI Dresden und machte mir selber ein Bild. Kurzes Review nun auch von mir.

Der Film hat Überlänge. Er geht 152 Minuten. Das sagt schonmal einiges aus. Man ist schon im Vorfeld gespannt, was alles hineingepackt wurde, schließlich erwartet man ja auch etwas für recht hohe 8,30€. Der Film ist zudem erst ab 16 Jahren zugelassen. Das sagt auch einiges aus.
Zweieinhalb Stunden sind eine Menge Zeit. Da kann man eine ganze Menge unterbringen. Es wurden jedoch einige Handlungen aus dem Buch weggelassen und dafür der Fokus mehr auf ausgewählte Themen gelegt. Auf welche genau, kann man ganz gut bei Yannick nachlesen. Es war auf alle Fälle die Entscheidung des Regisseurs und meiner Meinung nach vollkommen ok. Ich erwarte nicht, dass jede Nebenhandlung eines Buches in der filmischen Umsetzung gezeigt wird. So wird es zudem spannend, wie manche Dinge dann in Teil 2 und 3 näher gebracht werden sollen, wenn entsprechende Vorgeschichten aus Teil 1 fehlen. Aber das ist ja Sache der Filmcrew.
Der gesamte Film hat ein vorwiegend blaustichiges Bild. Es wurde ein merkbarer Farbfilter verwendet. Jedoch ist es nicht immer blaubetont. Es dominieren auf alle Fälle die gesamte Zeit über kühle Farben. Die Handlung spielt schließlich auch mitten im schwedischen Winter. Das Bild ist manchmal unscharf. Mich hat es gestört, andere nicht.
Es wird die ganze Zeit über eine düstere Atmosphäre ausgestrahlt. Außer vielleicht in Australien. Es ist meistens relativ ruhig, ich konnte auf jeden Fall mein Magengluckern hören, hatte nämlich zu wenig vorher gegessen. Ab und zu kommen aufschreckende Töne/Bildeffekte. Kommt ganz gut, allerdings empfand ich den Film insgesamt als ein wenig zu ruhig und getragen. Ich hätte mir mehr “Action” gewünscht bzw. einen flüssigeren Ablauf.
Im Fokus steht vor allem auch die gnadenlose Darstellung Lisbeth Salanders qualvollem Leben. So sieht man ausführlich, wie sie vergewaltigt wird und wie sie dann wiederum ihren Vergewaltiger vergewaltigt. Daher wohl auch FSK16.
Die Schauspieler wurden teilweise recht gut ausgewählt. Aber bei einer Rolle kann ich absolut nicht mitgehen: Erika Berger. Die ist strikt zu alt und grau im Film. Passt absolut nicht und verwirrt enorm (insofern man das Buch gelesen hat). Ansonsten geht es schon mit den Leuten, vor allem Lisbeth Salander habe ich mir genauso vorgestellt.
Fazit
Insgesamt eine nette filmische Buchumsetzung, die sich sehr nah an der Originalhandlung orientiert, mir insgesamt gesehen jedoch etwas zu träge erscheint. Dennoch ein Filmtipp von mir. Anspruchsvolles Kino.


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