In den letzten Tagen und Wochen hat man des Öfteren von Google in den Medien gehört. Im Vordergrund standen aber meistens nicht die funktionierenden Teile, sondern vielmehr die Bugs. Dabei fragt man sich, wie einem so großen Konzern in so kurzer Zeit so viele Bugs passieren können. Eine kurze Chronologie, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Street View-Bug

Mitte Mai 2010. Nach einer Anfrage von Datenschützern fällt Google auf, dass es anscheinend seit 2007 in mehr als 30 Ländern (inkl. Deutschland) zu viele Nutzerdaten gesammelt hat. Grund dafür ist die Verwendung von experimentellem Programmcode, der von einem Mitarbeiter für ein früheres Projekt entwickelt wurde. Warum Google diesen Code verwendet hat, ist noch nicht ganz raus und wird intern untersucht. Auf jeden Fall wurden so um die 600 GB sensible Daten gesammelt, z.B. Teile von E-Mails und Adressen besuchter Webseiten. Es sind zwar nur offene WLANs betroffen, trotzdem ist das ganze für die deutschen Datenschützer eine heiße Kiste. Für Google auch, denn das Ansehen könnte stark unter dieser negativen PR leiden. Daher zeigt man sich offen, kooperiert und stellt zudem datenschutzrechtlich verdächtige Aktivitäten ein. Die ganze Sache ist noch nicht final geklärt und erzeugt weiterhin nationale und internationale Aufregung. [Quelle: orf]
Pac-Man Sound-Bug

22. Mai 2010. Zum 30. Geburtstag des Spieleklassikers Pac-Man hat Google ein spielbares Doodle auf seiner Startseite eingebaut. Einer amerikanischen Schätzung nach gingen ca. 4,82 Mio. Arbeitsstunden infolge dessen flöten, ein wirtschaftlicher Verlust von ungefähr 120 Mio. US-Dollar. Es soll hier jedoch nicht darum gehen, ob das nun Schaden oder Segen war, sondern viel mehr um den Sound-Bug. Am Anfang war nämlich der Sound ohne Vorwarnung an, und so mancher fand nicht gleich den entsprechenden Button in der linken unteren Ecke, mit dem man auf stumm schalten konnte. Lag sicherlich auch daran, dass dieser Button nicht von Anfang an sichtbar war. Das mit dem Ton brachte einige zur Verzweiflung. Wie diese (etwas benebelte) Frau, von dessen Anruf beim Google-Service ein Mitschnitt existiert:
Wer immer noch scharf ist auf das Google-Pac-Man, der kann es unter google.de/pacman weiterhin zocken. [Quellen: cnet & stern]
Hintergrundbild-Zwang
10. Juni 2010. Wie viele von euch sicherlich mitbekommen haben, bekam man am Donnerstag jede Stunde ein neues Hintergrundbild auf der Google-Startseite eingeblendet. Das Kuriose daran: Man konnte es nicht deaktivieren. Man war gezwungen, sich z.B. einen grünen Wald anzuschauen oder eine Hausfront mit ganz viel rechtwinklig angeordnetem Holz. Das ging bis zum frühen Abend. Dann brach Google das ganze Projekt aufgrund der überbordenden Supportanfragen und Beschwerden im Netz ab. Aufgrund eines Bugs wurde der Link nicht eingeblendet, über den man erfahren hätte, was das ganze soll. Gedacht war es nämlich als eine PR-Aktion für die nun immer bestehende Möglichkeit, selbst ein Hintergrundbild festzulegen. Ich selber fand das Fehlen eines Entfern-Buttons ziemlich belastend, und anscheinend war ein solcher ja auch gar nicht geplant. Zum Glück ist jetzt alles wieder normal und jeder kann selber entscheiden, ob er bunt oder weiß will. [Quelle: spiegel]
Fazit
Die Frage, die ich in der Einleitung schon gestellt habe, bleibt natürlich bestehen: Wie können so viele Fehler in so kurzer Zeit auftreten? Die einzige plausibel klingende Lösung ist, dass der Konzern einfach zu schnell agiert. Es besteht ein ständiger Zeitdruck, notwendige QS-Maßnahmen werden nicht ergriffen. Nicht mal im Nachhinein, wie man bei Street View sieht. Drei Jahre lang wurde der eingesetzte Code nicht noch einmal angeschaut. Das Pac-Man-Doodle wurde zwar gut umgesetzt, allerdings ist nicht ganz verständlich, warum die den Sound default auf on gestellt haben. Und bei der Hintergrundbild-Sache frage ich mich, warum die nicht kurzerhand den Link eingefügt haben. Es müssten doch genügend Entwickler bereit stehen, die das schnell einpflegen. Erschließt sich mir irgendwie nicht.
Was man aber Google zugute halten muss, ist, dass sie angemessen reagieren. Sie entschuldigen sich und lassen dann auch Taten folgen. Das kann man nicht von jedem Konzern behaupten. Und in Amerika gilt ja eh der Spruch: Hinfallen ist keine Schande, liegen bleiben ein Fehler. ;)



Würde das alles jetzt nicht als Bug brzeichnen. Naja ausser das mit dem Sound eventuell.
Aber der Rest war doch geplant.
[Beantworten]
Hm. Erscheint fast als einzige logische Möglichkeit xD