Mein Beitrag zur Wehrpflichtdebatte.

Derzeit wird ja mehr oder minder stark darüber diskutiert, ob man die Wehrpflicht beibehalten soll oder nicht. Es sollen eine Menge Gelder eingespart werden, und da will man vor der Bundeswehr nicht Halt machen. Zwischen 50000 und 100000 Stellen sollen dauerhaft weg.

Einige Politiker meinen, dass wir die Wehrpflicht brauchen, weil diese fest mit der Gesellschaft verzahnt ist und den Leuten die Bundeswehr auf einfache Weise näher bringt. Würde dies alles wegfallen, so hätte man kaum noch jemanden, der später mal Soldat sein will. Andere sagen, dass man in Zeiten der Krise nicht einfach die Wehrpflicht komplett abschaffen kann, denn dann wird es nach der Krise umso schwerer, sie wieder anzufahren. Eine vorübergehende Verkleinerung der Einzüge wird allerdings von vielen auch nicht als so optimal angesehen. Das wäre ja dann fast wie Einzelunterricht aufm Dorf.

Meine Meinung zu der ganzen Chose: Man sollte die allgemeine Wehrpflicht abschaffen und sie durch ein soziales Jahr für beide Geschlechter ersetzen. Quasi Zivildienst für jeden. Dauer sechs Monate, verlängerbar auf neun oder 12 Monate. Denn es gibt einige Mädels, die Vorurteile gegenüber Behinderten haben. Durch diese Sache könnten sie die ablegen. Sicher, es wird nicht jeder Behinderte betreuen, aber zumindest ein Teil. Bisher waren die Frauen von der ganzen Sache ja ausgeschlossen wegen der Emanzipation der Frau, sprich den neun Monaten Schwangerschaftszeit, die ihnen später fehlen. Aber ich finde, man darf das so nicht mehr so eng sehen.

Aus der heutigen Bundeswehr würde demnach eine Berufsarmee werden, die sich damit meiner Ansicht nach durch qualifiziertere Leute auszeichnet. Die Umstellung würde alles effizienter gestalten und bringt der Bevölkerung mehr Sicherheit. Denn dann gibt es nur noch gut ausgebildete Leute, ohne neunmonatige Praktikanten (um es mal böse auszudrücken). Und wer zur Armee will, der kann sich doch gleich zu mehreren Jahren verpflichten.

Die ganze Sache würde also der Gesellschaft beides nahe bringen: Nach wie vor die Armee (wer will, der kann ja hingehen) und genauso den sozialen Bereich (den jeder machen muss). Für mich eine Win-Win-Situation für jedermann. Vor allem auch für die sozialen Einrichtungen, die auf subventionierte Leute angewiesen sind.

Bis jetzt 16 Kommentare.

  1. Seh ich ähnlich.

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  2. Ich verstehe einfach nicht, warum immer wieder diese Idee mit dem sozialen Jahr für alle ins Spiel gebracht wird. Die gibt es in keinem Land der Welt und natürlich auch in keinem Land, welches die Wehrpflicht schon ausgesetzt hat und das ist die riesige Mehrheit der freiheitlichen Länder.

    Ein soziales Jahr als Pflicht ist rechtlich nichts anderes als Zwangsarbeit und die ist aus sehr guten Gründen verfassungsrechtlich und gebunden durch internationale Verträge verboten. Die einzige Ausnahme war immer der Wehrdienst und die entsprechenden Ersatzdienste. Fallen diese (endlich) weg, können diese nicht durch ein soziales Jahr Ersatz werden und das ist auch gut so.

    Neben der Zumutung neben jeden Rentner zehn unwillige junge Menschen zu stellen, wäre der Wegfall an Stellen und Berufsjahren auch wirtschaftlich überhaupt nicht zu verkraften. Die jetzige Wehrpflicht kostet schon Milliarden an Kaufkraft und so einiges an Wirtschaftswachstum. Das durch ein soziales Jahr zu multiplizieren kann sich keine Volkswirtschaft leisten.

    Ein soziales Jahr ist nur freiwillig möglich und in diese Richtung geht ja auch der aktuelle SPD Vorschlag.

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    Naja, wenn Wehrdienst eine Ausnahmeregelung bekommt, warum dann nicht Sozialarbeit?

    Nur, wie spart man damit Geld?

    Hm, das mit dem Geldsparen ist echt ne gute Frage. Man könnte z.B. ein bisschen Equipment, das bisher die nun nicht mehr benötigten 100000 Leute gebraucht haben, verkaufen. Oder aber man senkt ein wenig die Subventionierung der Sozialarbeit. Oder aber man zieht nicht alle ein (z.B. halt doch nur Jungs oder nur nen Bruchteil aller Jugendlichen).

    Aber abgesehen von der Geldfrage finde ich es halt ziemlich komisch, wenn nur die Jungs eingezogen werden. oO

  3. Das Pflegepersonal in Deutschland verdient sowieso schon viel zu wenig. (Siehe diese ganzen fahrenden kranken- und Altenpflegen).
    Wenn jetzt noch tausende Niedrig-Lohn-jugendliche auf den Markt strömen siehts ganz schlecht aus. Außerdem hat das gelernte Pflegepersonal soo viel zu tun, dass wenig Zeit der Anlernung der Jugend (die dann größtenteils sowieso nur ein halbes Jahr bleibt) bleibt.

    Wie will man die Subventionierung der Sozialarbeit senken, wenn du gleichzeitig die rate der jungen Sozialarbeiter erhöhen willst?? o.O

    Und noch niedrigerer Lohn bringt noch unmotiviertere Arbeiter… und was das für folgen haben kann, gerade in diesem Bereich, kann man sich wohl ausmalen. *schrecklich*

    ich finde es gut, dass dir dein Zivi-Job so gefallen hat; hätte ich auch gerne gemacht. Aber ich glaube für so viele, ist da kein Platz in so guten Einrichtungen.

    Sebastian

    PS: nen direkten Vorschlag habe ich jetzt aber auch nicht ;-)

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    Ist alles sehr gut nachvollziehbar ^^ Das mit der niedrigeren Subventionierung wird man so sicherlich auch nicht durchsetzen können.

    Das einzige, womit ich jetzt noch gegen halten könnte, wäre die demographische Entwicklung. Immer mehr Pflegebedürftige und immer weniger Jugendliche. Von daher würde sich das ja dann ein wenig angleichen. Aber wenn man die Mädels noch mit dazu nimmt, wärens sicherlich immer noch viel zu viel Jugendliche, zumindest in den ersten Jahren.

    Ist alles ne sehr verzwickte Kiste xD

  4. Du meinst nicht ernsthaft das es 9 monate zivildienst gibt nur weil ne schwangerschaft solange dauert oder ??!!!
    Das ist ja pure dummheit. Auch deine vorschläge sind undurchdacht und sinnlos.

    Und die ausbildung bei der bundeswehr hat qualitativ nix mit den 9 monaten grundausbildung zutun. Die ausbildung bei der bundeswehr wird dadurch nicht besser aber auch schon garnicht schlechter!

    Du hast echt kein plan was du da redest.

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    Der ganze Beitrag sollte nichts anderes sein als eine Anregung zum Nachdenken. Ich persönlich halte nicht viel von der Wehrpflicht und finde, dass stattdessen viel mehr im sozialen Bereich passieren müsste. Zumal es da viele Vorurteile vor allem gegenüber der Arbeit mit Behinderten gibt. Die würden dadurch meiner Meinung nach ein wenig reduziert.

    Du darfst die neun Monate nicht als einzelnes rauspicken. Ich habe eine Wahl zwischen 6, 9 und 12 Monaten vorgeschlagen. So haben es auch die Politiker gemacht. Das sind Dreierabstände, wodurch zwangsweise die Neun mit drin vorkommt. Vielleicht habe ich das oben ein wenig schlecht angeordnet, aber mit der Schwangerschaftszeit sollten diese neun Monate nichts zu tun haben.

    Mit der Ausbildung bei der Bundeswehr meinte ich folgendes: Wenn da Wehrpflichtige neun Monate lang ausgebildet werden, dann bekommen sie in den ersten drei Monaten die Allgemeinausbildung, die recht hart sein soll (4-5h Schlaf) und danach arbeitet jeder in seinem Bereich. Relativ gechillt mit frühem Feierabend, ohne intensive Weiterausbildung. (berichtigt mich bitte, wenn ich falsch liege)
    Jemand, der sich aber z.B. zu 12 Jahren bei der Bundeswehr verpflichtet, wird schon ganz anders ausgebildet. Der ist nach den ersten drei Monaten vielleicht genauso weit wie die Wehrpflichtigen, hat danach aber eine kontinuierliche weitere Ausbildung und ist nach einem Zeitraum von neun Monaten wesentlich weiter als ein Wehrpflichtiger.
    Würden nun also die Wehrpflichtigen wegfallen und es nur noch eine Berufsarmee geben, würde dadurch die Sicherheit steigen, da die Leute bei der Bundeswehr besser ausgebildet sind.
    Das meinte ich damit.

    “… dann bekommen sie in den ersten drei Monaten die Allgemeinausbildung, die recht hart sein soll (4-5h Schlaf) …”

    Quatsch, Schlaf bekommt man in der Grundausbildung mehr als genug. Man muss zwar früh aufstehen, aber man wird ja auch ungewöhnlich früh ins Bett geschickt.

    Die Grundausbildung ist auch nicht hart. Sie ist nur verglichen mit dem, was danach kommt relativ hart. Auch was da an Märschen und Übungen gemacht wird ist lächerlich zu dem, was ich jetzt z.B. freiwillig bei jedem Urlaub z.B. in Südtirol mache.

    Gut. Danke, dass du mich korrigiert hast. Mir hat das nur vor kurzem mal ein Freund einer Freundin erzählt, der letztes Jahr beim Bund war. Der hat wahrscheinlich etwas übertrieben.

  5. Die wehrpflichtigen beim bund haben aber nichts mit unserer sicherheit zutun. Sie werden nicht in kriegsgebiete gezogen oder anderweitig eingesetzt um unser land zu verteidigen. Man kann das ganze eher als ein großes casting bzw einen großen eignungstest sehen. Der vorschlag der berufsarmee würde in dem zsm hang nichts verbessern.

    Es gibt gegen alles vorurteile. Und jmd zu verpflichten dort zu arbeiten ist auch qwatsch. Leute die vorurteile ggnüber behinderten haben werden sich zivistellen suchen wo man nicht mit behinderten zutun hat. Du kannst niemanden dazu zwingen.

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    Doch. Die Wehrpflichtigen werden im Verteidigungsfall mit in den Krieg einbezogen. Sie dienen dann an der Waffe. Und die, die Zivi gemacht haben, sind dann halt Hilfssanitäter bzw. kümmern sich um die Soldaten.

    Klar werden sich die meisten, die Vorurteile gegen Behinderte haben, erstmal woanders eine Stelle suchen. Aber es gibt ja nicht unbegrenzt Stellen, wo keine Behinderten sind. Demzufolge werden irgendwann auch solche Leute mit Behinderten arbeiten müssen. Zwar nicht alle, aber einige. Und schon das ist ein Anfang. Klar kann ich keinen dazu zwingen. Aber dann zwingt halt der Stellenmarkt sie dazu. So einfach ist das.

    Richtig, im Verteidigungsfall könnte die Bundeswehr sehr schnell aufgestockt werden. Da die Ausbildung unserer Wehrpflichtigen aber seit Jahren real eine Nichtausbildung ist, wären die nur Kanonenfutter. Allerdings müßte jeder Angreifer zunächst einmal durch das Land einer befreundeten Nation maschieren und die haben zum Glück inzwischen alle eine richtige Armee, sprich eine Freiwilligen- und Berufsarmee. :-)

    Und was die Behinderten angeht. Es ist reichlich unverantwortlich, Menschen auf Behinderte loszulassen, die völlig ungeeignet dafür sind.

    Die Feinde könnten ja auch per Flugzeug oder Wasser Deutschland entern ;) *hihi*

    Was heißt “völlig ungeeignet”? Ich finde, jeder, der nicht behindert ist, sollte in der Lage sein, sich für anderes zu öffnen. Und es ist ja schon heute so, dass nicht jeder angehende Zivi in seiner Nähe eine Stelle bekommt, wo er nicht mit Behinderten arbeiten muss, oder? Wäre zumindest sehr utopisch. Von daher habe ich da ja nichts neues erfunden.
    Dieses “völlig ungeeignet” ist zudem sehr allgemein von dir gefasst. Das müsstest du mal präzisieren, ansonsten kann man da nur schwer drüber diskutieren. Ich hoffe, ich habe gerade das, was du damit meintest, schon ein wenig getroffen.

  6. Mein Schwiegervater ist in Pflege, Pflegestufe 1, aber eigentlich schon höher und dement. Wenn ich mit ihm zusammen bin, muss ich mich jedes mal extrem zusammenreißen, um nicht auszurasten und ihn nicht anzuschreien. Weder meine Frau noch ich könnten alte Leute pflegen. Es ekelt uns, wir haben keine Geduld, wir wären für diesen Job völlig ungeeignet. Bei den Schwestern gibt es welche, die in diesen Job voll aufgehen und mit unglaublicher Geduld mit den alten Leuten umgehen und andere, bei denen man merkt, dass sie auch nicht so voll geeignet sind. Das meine ich damit, dass manche Leute völlig ungeeignet sind.

    Ein Zivi kann sich übrigens seine Stelle aussuchen. Heute würde ich auf jeden Fall verweigern, aber ich würde mir etwas mit Kindern aussuchen. Viele Kindergärten beschäftigen ja auch Zivis, damit vor allem die kleinen Jungs auch mal mit Männern spielen können.

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    Hm, vielleicht bin ich auch zu sehr von mir selber ausgegangen. Ich bin keiner, der sein Leben lang jeden Tag mit Behinderten arbeiten könnte. Aber wenn ich weiß, ich muss jetzt neun Monate mit denen verbringen, dann mach ich das mit Einsatz und Hingabe. Leider kann man so etwas nicht von jedem erwarten. Schade eigentlich.

    Ich danke dir für deine Argumente, du hast in der Beziehung recht.

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