Großer kleiner roter Krieg.

Täglich dieser beschissene Krieg. Es werden große Geschütze aufgefahren, doch daran gewinnt der Feind nur an Stärke. Weicht man zurück und versetzt dem Gegner nur ganz kleine Stiche, so wird er manchmal geschwächt, er weicht sogar zurück. Doch wirklich verdrängen lässt er sich nicht, er wird womöglich nie verschwinden – er taucht einfach woanders wieder auf. Dieser Krieg gleicht einem psychologischen Kampf. Andere sehen zudem das Schlachtfeld und erschaudern phasenweise beim Anblick. Man selber schämt sich für das alles, doch letztendlich bleibt keine Wahl, es muss weiter gekämpft werden.

Es ist ein echt nerviger und womöglich lebenslanger Krieg.

Danke 2010.

Sonnenaufgang

Habe meinen Zivildienst erfolgreich fortgeführt und dann auch irgendwann nach einem Monat Zusatz beendet. Der hat mir viel gebracht für mein Leben. Zum einen viele Erfahrungen mit behinderten Menschen, man lernt, dass es auch eine andere Seite gibt, wie dort die Uhren ticken, wie einfach manche Dinge doch sein können und wie groß manch Banales wird, wenn man nur fest daran glaubt. Zum anderen natürlich Erfahrungen mit nicht behinderten Menschen – den Gruppenleitern, den vielen Praktikantinnen und wenigen Praktikanten, den anderen Zivis, FSJlern und anderen Leuten. Lustige Geschichten, ein paar Lebensweisheiten, coole Unternehmungen, schöne Nach-Hause-Fahrten und andere positive Dinge. Natürlich passierte auch negatives, doch daraus kann man ja nur lernen.

Was ich vom Zivi mitgenommen habe?

  • Verantwortung übernehmen
  • Begrüßungen sind manchmal überbewertet
  • mehr Akzeptanz, Toleranz, Verständnis für alles
  • mehr Weitsicht

Danach kam ein paar Monate Luft. Freizeit. Zeit für Selbstfindung, weil ich noch nicht hundertprozentig wusste ob ich Wirtschaftsinformatik machen soll oder Medieninformatik. Entschied mich vorerst für ersteres, bewarb mich bei einigen Firmen, fand dann aber heraus, dass Medieninformatik doch das bessere für mich ist und studiere nun seit Oktober dual genau dieses Fach. Und bin froh über meine Entscheidung.

Technisch ist auch ein wenig passiert. Habe mir das HTC Desire gekauft, einen Desktop-Rechner zugelegt und bin zu Vodafone gewechselt. Allesamt Dinge, die ich bis jetzt nicht bereue.

Für das nächste Jahr habe ich viele Pläne bzw. Träume. Doch erst einmal danke ich 2010 für all das, was es mir gegeben hat. Danke 2010.

Die Welt, das Geld und die Kinos.

Dresdner Striezelmarkt mit Sonne

Danke Welt, dass du mich ausgespuckt.

Danke Geld, dass du mich gefunden.

Danke Kino, dass du mich eingelassen.

Die Weihnachtstage bestehen aus Schnee, leichter Kälte und ein wenig Herumrutschen. Soeben scheint die Sonne, Empire of the Sun sorgt für gute Laune, für freudiges In-den-Tag-Starten. Seit dem 24. war alles ein wenig ruhig, doch gestern Abend war ich wieder unterwegs. Im Kino in der Fabrik, wir haben uns “Somewhere” angeschaut. Ein schöner Film mit ähnlich langen Einstellungen wie bei “The American“. Dazu ein sehr genialer Soundtrack, vielen erotischen Szenen (einmal auf Menschen und einmal auf Autos bezogen) und einem stimmigen Ende.

Bei dem schönen Wetter heute zieht es mich nach Dresden, ein wenig Herumschlendern, warten, bis mich etwas anspringt, und nebenbei ein wenig Leute beobachten. Vielleicht sollte ich auch ein paar Fotos machen. Mal schauen, in welchem Winkel die Sonne steht.

Wunderbare Zeit.

Wunderbare Winterzeit

Welch wunderbare Zeit, die ich momentan durchlebe. Ich habe dank meinem Studium nette neue Menschen kennengelernt. Eine neue Freundschaft ist entstanden. Wunderbare Nachmittage erfüllen mich.

Weihnachtsmärkte inkl. Glühwein, ausgiebige Shoppingtouren und witzige Vorlesungen sind an der Tagesordnung. Zusätzlich gibt es Spieleabende, Kultur und interessante Diskussionen. Oder einfach nur Lernen daheim. Zwar geht insgesamt betrachtet dabei eine Menge Geld in andere Hände, doch das ist hundertprozentig ok. Denn ich lebe nur ein Mal.

So sieht es aus. Bin kaum noch zu Hause, fast nur noch auf Achse. Mein Handy leistet mir nach wie vor treue Dienste und wird intensivst genutzt.

Das Studium macht mir Spaß, ist nach wie vor die richtige Wahl. Der Arbeitgeber ebenso.

Schaue mit ruhigem Gewissen in die Zukunft und freue mich auf die nächsten drei Jahre.

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Man kommt ja zu gar nix mehr.

Ja, so langsam bin ich richtig drin im Leben. Studium, Arbeiten, und die Wochenenden komplett verplant. Dazwischen Dinge wie daheim Wischen und abends nach Arbeit ins Kino gehen. Schlaftechnisch bewege ich mich im grünen Rahmen, aber er wird langsam gelb.

Wenn man wie ich jeden Tag insgesamt 40km pendelt, sieht man mitunter Leute, die man früher viel sah. Und mit denen kann man sich dann nett unterhalten oder auch nicht. Man sieht ansonsten vieles. Wie z.B. die Big Mama, wie sie jeden Tag mit dem Kinderwagen in die Straßenbahn steigt. Oder Typen, die bei zwei Grad in kurzen Hosen rumrennen. Mädels, die zitternd auf die Bahn warten.

Das alles mag ich sehr. Ich genieße mein neues Leben und freue mich auf jeden nächsten Tag. Da ich auf Arbeit den ganzen Tag vorm Rechner sitze, bin ich nicht mehr so geil drauf, auch noch daheim vor einem solchen zu weilen. Und beim Pendeln gucke ich (wenn ich nicht gerade schlafe) lieber raus als irgendwo anders hin, da sich dabei die Augen wunderbar entspannen.

Das Leben schreibt viel mehr Geschichten als früher. Aber man kommt auch viel weniger zum Bloggen. Zum Glück werde ich durch meine Arbeit beim Tippen noch schneller und sicherer als ich es schon war, sodass ich fix mal einen Blogpost dazwischen schieben kann.

Warum Markengeilheit das Leben geiler macht.

Die einen finden es geil, die anderen total bescheuert, wenn man sich auf bestimmte Marken fixiert. Wenn man z.B. seine Schuhe nur von Adidas kauft. Oder wenn man bei Fast-Food nur auf McDonalds fixiert ist. Wenn man Handy, MP3-Player, Computer & Co. nur von Apple kauft, oder wenn man bei Rucksäcken stets zu Dakine greift.

Das ganze hat aber einen wesentlichen Vorteil: Man spart sich stundenlanges Rumgesuche nach dem vermeintlich besten Produkt auf dem Markt und hat so mehr Lebenszeit für Freunde, Familie, Hobby und Co. übrig. Was bringt es mir, wenn ich mich durch unendlich lange Listen scrolle, mein Gehirn mit Daten vollpumpe und am Ende des Tages immer noch kein Ergebnis habe?

Es ist extrem entspannend, wenn man sich vorher auf eine Marke festlegt. Im besten Falle auf die, mit der man schon gute Erfahrungen gesammelt hat. Dann überlegt man sich noch, was man unbedingt erfüllt haben möchte und wie viel man bereit ist, maximal auszugeben.

Find ich absolut geil. Das letzte Mal habe ich das beim Drucker gemacht. Der sollte ein Monochromlaser von Samsung sein, einigermaßen zügig drucken und nicht mehr als 100 Euro kosten. Auf notebooksbilliger.de geguckt, gleich den ML-1915 für 90 Euro gefunden. Zeitaufwand: ca. drei Minuten. Dann noch ne Viertelstunde bei Google nach Tests und Rezensionen geguckt. Nichts negatives gefunden. Sache klar gemacht.

Natürlich sollte man die Augen offen halten und schauen, was die anderen Marken so machen. Aber wenn man schon nen Brenner, ein Laufwerk, mehrere Festplatten, nen MP3-Player, nen Monitor, ein Notebook und nen Blu-ray-Player von Samsung in Besitz hatte und mit all diesen Gerätschaften top zufrieden ist, warum sollte man dann nicht auch beim nächsten Mal von Samsung kaufen?

7292 Tage.

Rasierer

Liebes Tagebuch,

heute rasierte ich mich das erste Mal in meinem Leben. Einige werden mich nun vermutlich auslachen, weil sie wissen, wie alt ich bin, oder im Internet einen Umrechner finden, der ihnen meine bisherige Verweilzeit auf der Erde berechnet. Andere werden vielleicht überlegen, warum ich es erst jetzt das erste Mal tat. Und genau diese Leute mag ich.

Augen auf im Straßenverkehr!

Und vor allen Dingen: Immer schön nach vorne gucken.

Tunnelfail

[via]

Endlich Sommer.

Sommereis

Was haben wir dieses Jahr auf den Sommer gewartet. Wochenlang war es kalt, es regnete mehr als normal, Hagel schlug nieder und auch Nebel mussten wir uns immer wieder gefallen lassen. Seit einiger Zeit nun dürfen wir endlich ohne Aufwand schwitzen, draußen die fast sterbenden Pflanzen gießen und uns unter blauem Himmel die Haut bräunen.

Sommer inspiriert. Macht wach. Haucht uns allen mehr Leben ein. In der dunklen Zeit davor wurde man ja fast schon depressiv und verglich das hiesige Leben mit dem der skandinavischen Völker, wo die Selbstmordrate und der Alkoholkonsum teilweise abnormale Höhen erreichen. Dieses Gefühl hat man mittlerweile aber fast schon wieder vergessen, schließlich wird man frühs nicht mehr nur durch den Wecker wach, sondern gleichzeitig auch durch Sonnenstrahlen, die das Gesicht kitzeln und durch Wärme, die durch das die ganze Nacht aufgerissene Fenster immer schneller nach innen dringt.

Auf den Straßen ist wieder was los. Nur wenn Lahm und Co. in Südafrika kicken ruht bei uns das öffentliche Leben weitestgehend; ist ja auch verständlich, schließlich lag die Quote beim letzten Spiel bei sagenhaften siebenundachtzig Prozent. Es laufen aufgetakelte Minderjährige neben Jungs im Skaterlook. Entgegen kommen ihnen z.B. eine Oma mit lila Haaren oder die Frauen der Oberschicht, welche den Otto-Laden entern. Immer wieder halten die Transporter. Hermes, UPS, DHL, tnt und mehr. Wenn mal Frauen diese Autos lenken, dann sieht man aus den Hermes- und DHL-Wagen die schönsten aussteigen. Und dann sind da noch die deutschen und polnischen überlangen LKWs, die genau unter meinen Fenstern halten, um Küchenmöbel zu entladen, da in der unteren Etage unseres Hauses ein Küchenstudio ist.

Viele fürchten ein Sommerloch im Netz. Schließlich sind die normalen Menschen ab jetzt mehr draußen als drinnen und schreiben bzw. posten demzufolge nicht mehr so viel online. Allerdings glaube ich, dass dieser Trend immer mehr abnehmen wird. Denn bis vor einigen Jahren fehlten einfach die Möglichkeiten, auch von unterwegs etwas zu veröffentlichen. 2010 ist das Jahr der Smartphones, der Tablets, des mobilen Internets. Meine Theorie: Es wird zwar weiterhin ein Sommerloch geben, dieses wird jedoch immer kleiner werden. Zumal gerade der Sommer eine Füllzahl an Inspiration liefert, was zu schreiben oder zu fotografieren. Von mir könnt ihr auf jeden Fall mehr Artikel als im Winter erwarten.

Die dritte Jahreszeit ist auch meistens die Zeit des Umbruchs. Bei vielen passieren große, entscheidende Dinge. Das kann beruflich aber auch persönlich sein. Man findet einen Job, man beginnt eine Ausbildung, ein Studium, man hat eine großartige Idee und setzt sie um oder man begegnet im Park der großen Liebe.

Was soll man sagen? Endlich Sommer!

Eine Diskussion.

Eine Diskussion, und schon hast du so eine Menge Wut im Bauch, dass dein Kopf glüht und du vor innerer Unruhe glatt gar nicht weißt, wo du hingehen sollst. Dass du nicht weißt, ob Musik jetzt hilft, wie sonst auch immer.

Wenn man mit Leuten über ein Thema diskutiert, das eigentlich gar kein Diskussionsthema ist, da das, worüber man da zu diskutieren vermag, noch gar nicht fest steht. Wenn einem Dinge an den Kopf geknallt werden, die sich wie Faustschläge in den Magen anfühlen. Wenn dir zeitweise die Tränen kommen. Wenn du irgenwann aufhörst zu reden und es zum Monolog der anderen werden lässt; wenn du alles nur noch auffrisst.

Irgendwann bist du an dem Punkt, an dem du das Vertrauen verlierst, an dem du keinen Bock mehr hast, an dem du nicht mehr weißt, was richtig ist.

Ich hasse diese Momente. Ich hasse sie.

Und stelle fest, dass dieses Mal Musik nur sehr schwer hilft. Aber sie hilft. Wieder einmal.

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